Handhabung und Pflege Ihres Sattels und Zubehör

Handhabung des Sattels

Die richtige Position auf dem Pferderücken:
1. Ertasten des Schulterblattes:
Um Ihren American-Flex-Sattel an die richtige Stelle zu legen, müssen Sie zuerst das Schulterblatt Ihres Pferdes ertasten. Suchen Sie das Ende des Schulterblattes, dort, wo der Knochen zu fühlen ist.
Bei stark bemuskelten oder auch bei übergewichtigen Pferden ist dies manchmal etwas schwierig. Drücken Sie notfalls etwas stärker, bis Sie den Knochen und seinen Verlauf wirklich spüren. Falls Sie sich nicht sicher sind, bitten Sie einen Helfer, das Vorderbein Ihres Pferdes nach vorne zu heben. In der Bewegung spüren Sie durch die Rotation das Schulterblatt leichter.



Vergewissern Sie sich, dass Ihr Pferd gerade steht. Nur wenn das Vorderbein, welches Sie zur Orientierung nehmen, wirklich gerade steht, ist das Schulterblatt in der Position, die Sie zum korrekten Auflegen brauchen.

2. Das Auflegen des Sattels
Unser Sattelsystem hat keine vorgegebene Form wie ein herkömmlicher Sattel. Ein auflegen auf dem Pferderücken etwas weiter vorne und dann nach-hinten-schieben, bis er an der tiefsten Stelle liegen bleibt, funktioniert daher nicht. Die Trachten nehmen erst über Belastung mit dem  Reitergewicht die Form des Pferdrückens an. Daher ist es wichtig, Ihren Sattel gleich an die richtige Stelle zu legen. Gleichfalls ist unser Sattelsystem so konstruiert, dass die Vorderkante der Trachte mit dem Ende des Schulterblattes etwas überlappt. Dieses ist grundsätzlich anders, als Sie es vielleicht von traditionellen oder anderen flexiblen Sätteln kennen. Bei „anderen“ Sätteln muß dieser Bereich frei bleiben, da das Pferd sonst durch den Sattelbaum eingeklemmt werden würde.
Unsere Sattelsystem hingegen ist unabhängig von der Form des Sattelbaumes und hat im vorderen Bereich eine lammellenartige Konstruktion, die ein weiches Abrollen des Schulterblattes ermöglicht. Gleichzeitig nutzen wir auch den mehrlagigen Aufbau unserer Trachte und damit findet eine andere Lastverteilung statt.
Wenn Sie das Ende des Schulterblattes ertastet haben, denken Sie sich bitte eine senkrechte Linie. Die Vorderkante der Trachte soll mit dieser Linie ca. zwei Finger ( ca. 3-4 cm) überlappen.


Bei einigen Pferden darf diese Überlappung auch etwas mehr oder weniger betragen. Bei Pferden mit sehr ausladenden Schultern ist die Überlappung etwas geringer, da sich hier die Trachte in der Bewegung des Pferdes sehr weit öffnen muß. Bei Pferden, wo die Schulter sehr schräg steht und weit zur Pferdemitte reicht, darf die Überlappung auch etwas mehr betragen. Das sind aber die Ausnahmen, die Standardregel ist zwei Finger.

Bei den Westernsätteln bedenken Sie bitte, dass die eigentliche Trachte hier in das Skirt eingenäht ist. Die Vorderkante der Trachte beginnt hier ca. ein bis 1,5 cm nach dem Skirt.

Je nach Gurtlage Ihres Pferdes müssen Sie eventuell mit der verstellbaren Gurtung den Verlauf des Sattelgurtes auf die richtige Sattelposition einstellen.

Falls Sie unsicher sind ob Ihr Sattel richtig liegt und damit funktionieren kann, können Sie den Freiraum für das Schulterblattes recht einfach kontrollieren. Setzen Sie jemanden in den Sattel, sodaß sich die Trachten dem Pferdekörper anformen. Nun schieben Sie Ihre flache Hand vorne zwischen die Trachte und den Pferdkörper, über das Schulterblatt. Das reinschieben der Hand wird etwas schwierig sein, da die Trachte einen hohen Kontaktschluß mit dem Pferdekörper herstellt. Wenn Sie Ihre Hand nun zwischen Trachte und Pferdekörper haben, lassen Sie das Pferd vorwärts gehen. Sie spüren nun an Ihrer Handfläche wie weit der Aktionsradius des Schulterblattes reicht. Der Aktionsradius des Schulterblattes darf nicht so weit reichen, das er bis unter die gelenkartige Verbindung der Trachte zum Sattelbaum kommt. Hier kann das Trachtensystem nicht ausweichen. Dieses würden Sie an der Oberseite Ihrer Hand aber spüren. Es wird unangenehm oder gar weh tun. In diesem Fall muß Ihr Sattel etwas weiter hinten positioniert werden. Bedenken Sie aber, dass Sie natürlich die Belastung durch das Reitergewicht auch auf Ihrer Hand spüren. Das Trachtensystem ist ja keine Magnet-Schwebebahn. Aber wenn Sie es an Ihrer Hand nicht unangenehm oder sogar schmerzhaft empfinden, ist es auch für Ihr Pferd o.k..

Wenn Sie hingegen den Sattel zu weit hinten platziert haben, wird er in den allermeisten Fällen von alleine in die richtige Position nach vorne rutschen. Bei einer sehr starken Atrophie des Trapezmuskel kann es sein, dass Sie in der Kuhle hinter dem Schulterblatt keine Auflage der Trachte haben. Sollte dieses der Fall sein, ignorieren Sie es einfach. Mit der Zeit wird sich der Trapezmuskel wieder entwickeln und diesen Hohlraum ausfüllen. Sollte die Atrophie so stark sein, das der Sattel in der Bewegung in dieses „Loch“ fällt und sich hinter der Schulter „festklemmt“, kontaktieren Sie uns bitte. In diesem Fall schaffen wir dann individuelle Abhilfe.
Im Vergleich zu traditionellen – vor allem englische Sättel – werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass die Positionierung des Reiters etwas weiter nach hinten verlagert ist. Widerstehen Sie der Versuchung, den Sattel aus vielleicht optischen Gewohnheiten weiter nach vorne zu legen. Sie werden wahrscheinlich sonst die Funktion des Systems blockieren (siehe oben) . Bei vielen traditionellen Sätteln ist der Reiter  – (fehl-) konstruktionsbedingt – zu weit vorne positioniert, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf das Pferd. Der tragfähige Bereich des Pferderückens ist viel größer, als uns manche Sattelhersteller suggerieren.    
Auch das die Trachten eventuell etwas weiter nach hinten reichen, sollte Sie nicht irritieren. Die Trachten formen sich der Kontur des Pferdrückens an und geben nach. Der unerwünschte Brückeneffekt langer, traditioneller Sättel tritt dadurch i.d.R. nicht ein. Als Faustformel gilt, dass die Trachten bis zu drei Finger breit an den Hüftbeinhöcker ragen dürfen.

3. Das richtige Gurten
Als erstes vergessen Sie bitte das Märchen, dass ein Gurt eine Handbreit hinter dem Vorderbein liegen soll. Das würde ja bedeuten, dass alle Pferde gleich gebaut sind und wir alle gleich große Hände haben. Der Gurt soll in der individuellen Gurtlage des Pferdes liegen, so wie es das jeweilige Pferd vorgibt. Dabei müssen Sie darauf achten, dass der Aktionsradius des Pferdes nicht behindert wird und der Ellbogen des Pferdes nicht mit den Schnallen in Konflikt kommt. Wenn Sie sich für einen Sattelgurt von uns entschieden haben, haben wir von unserer Seite bereits sehr auf einen pferdegerechten Gurt geachtet. Diese sind im Bereich des Ellbogen deutlich schmaler um auch Pferden mit schmaler Gurtlage gerecht zu werden. Durch dies Form verhindern sie auch bei Pferden mit sehr starker Rippenwölbung oder dicken Pferden effektiv ein vorrutschen des Gurtes mitsamt Sattel. Gleichzeitg sind unsere Gurte in der Mitte und an den Enden wesentlich breiter um die Zugkräfte auf eine größere Fläche zu verteilen und nehmen durch ihre leicht schräg gestellten Schenkel den schrägen Verlauf unserer Gurtung optimal auf.

Bei der Gurtlänge gilt es immer so viel wie möglich an Länge auszunutzen. Letztendlich trägt der Sattelgurt zur Stabilisierung des Sattels bei. Die Länge sollte aber auch so bemessen sein, dass das Pferd nicht mit den Schnallen in Konflikt gerät aber auch das Reiterbein nicht behindert wird.
Wenn Sie Ihren American-Flex-Sattel angurten, so gurten Sie bitte recht fest. Die Trachten „erkennen“ durch das Reitergewicht und den angezogenen Gurt die Form Ihres Pferdes, legen sich an und arbeiten dann in der Bewegung Ihres Pferdes mit. Durch das anziehen des Gurtes „senken“ sich die Trachten schon einen Großteil auf Ihr Pferd aber noch nicht endgültig. Das passiert erst über das Reitergewicht. Daher müssen Sie am Anfang recht fest gurten, so dass Sie so gerade eben noch Ihre Finger zwischen Sattelgurt und Pferdkörper schieben, den Gurt aber nicht vom Pferdekörper abziehen können. Wenn Reitergewicht in den Sattel kommt, werden Sie wieder etwas „Spiel“ zwischen Gurt und Pferdekörper haben. Sie werden jetzt bequemer mit Ihren Fingern dazwischen kommen. Dieses leichte Spiel soll auch bleiben, damit das Trachtensystem arbeiten kann.Vermeiden Sie daher auch ein zu extremes nachgurten, während Sie im Sattel sitzen. Aus dem Sattel heraus haben Sie wesentlich mehr Kraft, um den Gurt anzuziehen. Sie könnten den Gurt eventuell so stark spannen, daß das erforderliche "Spiel", welches die Trachten zum funktionieren brauchen, eleminiert wird. Gurten Sie bitte also immer nur so fest, dass der Sattel sicher und stabil liegt und nicht verrutschen kann.

Sie brauchen sich bei einem sehr festem anziehen des Gurtes im Stand auch kein schlechtes Gewissen machen. Sie werden Ihr Pferd weder erwürgen, noch in der Atmung behindern. Die ersten acht Rippenpaare Ihres Pferdes sind fest mit dem Brustbein verwachsen. Das, was gemeinhin als „Luft ablassen“ des Pferdes bezeichnet wird, ist in der Realität nur ein Nachlassen der Anspannung der Muskulatur.

Das viele Pferde beim angurten abwehrend reagieren hat seine Ursache meist auch in nicht passenden Sätteln und/oder schlechten Sattelgurten. Mit einem Gefühl von „eingeengt werden“ hat es i.d.R. herzlich wenig zu tun. Falls Sie ein Pferd haben, das auf angurten abwehrend reagiert, fragen Sie uns nach einem kleinem „Trick“, der Ihrem Pferd hilft zu verstehen, das angurten nichts Schlimmes ist.

Aber zurück zur Gurtspannung: natürlich sollen Sie die Gurtspannung auch während des Reitens beachten. Der Gurt soll nicht zu locker sein, denn er stabilisiert den Sattel und in dem Sattel sitzen Sie.

Kontrollieren Sie daher häufiger die Gurtspannung vor allem wenn der Sattel neu ist oder die Sattelunterlage frisch aus der Wäsche kommt. Das Gewebe setzt sich zusammen und damit wird der Gurt lockerer. Bei Westernsätteln sind die Skirts am Anfang noch etwas zäh und steif. Im Laufe der Zeit werden die Skirts weicher und anschmiegsamer. Damit „setzt“ sich der Sattel dann ebenfalls.

Überprüfen Sie auch bei längeren Ritten regelmäßig die Gurtspannung. Auch durch erschlaffen der Muskulatur und Wasserverlust verliert Ihr Pferd an Umfang und damit lockert sich der Gurt. Noch ein Tip zum lösen des Gurtes nach einem längerem und/oder anstrengendem Ritt: lösen Sie den Gurt langsam und schrittweise, niemals ruckartig. Durch den Sattelgurt werden - zwangsläufig – die feinen Blutbahnen in der Gurtlage etwas abgedrückt. Wenn Sie nach einem anstrengendem Ritt den Gurt ruckartig lösen, würde durch den erhöhten Puls und Blutdruck des Pferdes das Blut in diese Gefäße hineinschießen und sie im Zweifelsfalle platzen lassen.

4. Das Ausbalancieren des Sitzes
In der Regel balanciert sich der Sattel durch das Trachtensystem von alleine auf dem Pferd aus. Bei einigen wenigen Pferden ist es aber erforderlich den Sattel manuell auszubalancieren. Wenn Ihr Sattel in der richtigen Balance ist, fühlen auch Sie sich im Gleichgewicht. Sie sollten in der Lage sein Schritt, Trab und leichten Galopp ohne Bügel zu reiten ohne dabei nach vorne oder hinten zu fallen ( reiterliches Können natürlich vorausgesetzt ) . Kurzum: Sie sollten in Harmonie mit der Pferdebewegung reiten können.

Wenn Ihr Sattel vorne zu hoch ist, fühlen Sie sich, als wären Sie hiter der Bewegung des Pferdes. Sie fallen gegen die Lehne, haben es schwer in den Steigbügeln zu bleiben oder können nicht tief sitzen. Ihr Sattel kommt Ihnen wahrscheinlich breiter vor, als er ist. Dadurch das Ihr Sattel vorne zu hoch ist, liegen Ihre Oberschenkel nämlich an einer breiteren Stelle.


Vorne zu hoch:


Vorne zu hoch kann bedeuten, dass der Reiter im Sattel nach hinten fällt. Dieses kann Schmerzen in der Lende des Pferdes verursachen. Prüfen Sie bitte, ob die „Adjuster“ ( sofern an Ihrem Sattel vorhanden ) ganz reingedreht sind. Ist dieses der Fall und der Sattel trotzdem zu hoch, schieben Sie ihn etwas zurück und stellen eventuell den Winkel der Gurtung etwas schräger, damit der Gurt wieder in der Gurtlage zum Liegen kommt.


Vorne zu tief:
Wenn Ihr Sattel vorne zu tief liegt, werden Sie das Gefühl haben immer nach vorne zu fallen. In dieser unausgewogenen Position wird der Sattel auf die Schultern gedrückt und hinten entlastet. In diesem Fall drehen Sie bitte die vorderen „Adjuster“ (sofern an Ihrem Sattel vorhanden) etwas heraus, bis der Sattel in der richtigen Balance ist. Falls Ihr Sattel keine „Adjuster“ hat, fragen Sie uns bitte nach Balance-Plättchen.


Bitte bedenken Sie: Ein Pferd richtig zu reiten bedingt auch immer entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten des Reiters. Auch wir können aus einem schlechtem Reiter keinen Guten machen. Bitte überprüfen Sie bei einer Beurteilung der Balance daher auch immer Ihren eigenen Sitz und Ihr Können.

Seitliche Schiefe:

Dieser Zustand eine Pferdes bewirkt oft, dass ein Sattel leicht auf einer Seite liegt. Dieses ist normalerweise das Resultat, wenn ein Pferd stark rechts- oder linksseitig ist. Die Reiter glauben, sie sitzen schief oder der Sattelbaum wäre krumm. Oft wird dieses verursacht durch einen Reiter, der nur auf einer Hand galoppiert oder diagonal sitzt. Manchmal ist ein Pferd auch prädisponiert für diese Einseitigkeit.
Das Ziel muß hier sein, das Pferd so zu reiten, das es mit der Zeit symetrisch wird. Keine leichte Aufgabe, wenn der Reiter aufgrund der Schiefe des Pferdes selbst mit seiner eigenen seitlichen Balance kämpfen muß.
Unser Trachtensystem kann bis zu einem gewissen Grad auch Asymetrien des Pferdes selbstständig ausgleichen, da die Trachten unabhängig voneinander sich dem Pferd anformen. Bei sehr starken Asymetrien können aber weitere Maßnahmen nötig sein. Hierfür kann Ihr Sattel mit dem „Adjustable System“ ausgestattet werden. Wenn Ihr Pferd sehr einseitig und eine Seite deutlich stärker als die andere ist, ist es sinnvoll, die „Adjuster“ auf einer Seite herauszudrehen um den Sattel damit anzuheben und seitlich auszubalancieren. Gleichzeitig sollte der Reiter aber auch für ein entsprechendes Training und/oder einen korrigierenden Beschlag sorgen um diesem Problem Abhilfe zu schaffen. Wenn sich die Bewegung des Pferdes und seine Form verbessert haben, können Sie die „Adjuster“ wieder eindrehen. Falls Ihr Sattel keine „Adjuster“ hat, fragen Sie uns bitte nach Balance-Plättchen.

6. Das Adjustable-System:

Das Adjustable-System ist eine Zusatzausstattung, die es erlaubt Ihren Sattel ganz einfach und ohne großen Aufwand auszubalancieren. ( Ob Ihr Sattel diese Zusatzausstattung hat, erkennen Sie an dem Zusatz „AD“ oder "ADJ" hinter der Seriennummer.)
Durch einfaches Drehen einer Schraube können Sie den Sattel vorne auf beiden Seiten anheben oder senken.

Sie finden in der Unterseite der Trachten einen kleinen Schlitz. Führen Sie hier einen 5mm Innensechskantschlüssel ein, bis Sie spüren, das er in der Schraube greift. Durch drehen des Schlüssels können Sie jetzt den „Adjuster“ in der Höhe variieren. Versuchen Sie bitte NIEMALS die hinteren Schrauben zu lösen oder den vorderen Vierkant zu lösen. Im hinteren Bereich des Sattels sind keine „Adjuster“ und ein verdrehen der Schraube führt zur Beschädigung der Trachten. Wenn die „Adjuster“ länger nicht benutzt wurden, können sie eventuell festsitzen. Falls die Schraube sich nicht leicht drehen lässt, kontakten Sie uns bitte, bevor hier ein Schaden eintritt.  

Adjuster eingedreht Adjuster herausgedreht

6 a. Das Adjustable-System ab Baujahr Juni 2014:

Seit Juni 2014 kommt eine neue Generation Gelenke und damit auch ein neues Adjustable-System zum Einsatz. Diese neue Generation erkennen sie an dem Zusatz "NG" nach der Seriennummer.

Die vier Pfannen der Kugelgelenke Gelenk in "Normal"-Position Gelenk herausgedreht

Sie können bei diesem System den Sattel an allen vier Ecken nivellieren. Nehmen Sie hierzu einfach die Trachten ab, wie weiter unten unter "Pflege" beschrieben. Mit einem 22er-Maulschlüssel können Sie die Pfannen des Gelenkes herausdrehen. Fixieren Sie diese dann mit einem niedrig- bis mittelfesten Schraubensicherungsmittel in der gewünschten Position, lassen das Sicherungsmittel abbinden und setzen anschließend die Trachten wieder an. Die Gelenke erlauben einen Niveauausgleich von ca. 1,5 cm. Falls Sie mehr benötigen, bestellen Sie bei uns bitte Gelenkpfannen mit längerem Gewinde.


7. Mögliche Störungen:
Es treten äußerst selten Probleme bei der Verwendung eines American-Flex-Sattels auf. Vor einem sind aber auch wir nicht immer gefeit: Ein scheuern in den Lenden. Scheuern heißt, die Haare werden weggerieben oder brechen ab. Dieses kann zu Druckstellen oder Reibungsschmerz führen.
Wobei wir hier unterscheiden nach dem “Phänomen“ des Haarbruchs während des Fellwechsels und einem Scheuern aus anderen Gründen.
Das abbrechen der Haare im Lendenbereich während des Fellwechsels ist i.d.R. ein rein kosmetisches „Problem“. Das kann Ihnen mit jedem Sattel und/oder Sattelunterlage passieren und hat seine Ursache einfach in der sich ändernden Haarstruktur des Fells. Das Pferd zeigt hierbei auch keinerlei Empfindlichkeit, welche auf Druck- oder Reibungsschmerz schließen lässt.  Diesem Phänomen können Sie  abhelfen, indem Sie eine zweite, dünne Unterlage unter dem Sattel verwenden. Diese funktioniert dann quasi als "Gleitschicht" und verhindert den Bruch des absterbenden Haares.

Sollte Ihr Pferd aber schmerzhaft reagieren gibt es Ursachen, die der Abhilfe bedürfen:

1. Scheuerstellen können verursacht werden, durch einen Sattel, der zu weit vorne liegt oder vorne zu hoch ist. Dadurch wird Ihr Reitergewicht nach hinten verlagert und übermäßig viel Druck auf den hinteren Bereich gebracht.


2. Weitere Ursache kann ein Sattel sein, der vorne zu tief ist. Er hängt dann neben dem Widerrist, wo wenig seitliche Bewegung ist. Währenddessen haben die Trachten sehr wenig Kontakt zum Pferderücken und die Hinterhand schwingt unter den Trachten hin und her. In diesem Fall ist mangelnder Kontakt der Grund.
Abhilfe schafft hier eine korrekte Plazierung des Sattels auf dem Pferderücken. In seltenen Fällen ist auch ein ausbalancieren des Sattels unter der Benutzung der Adjuster notwendig.

3. Üblicherweise kommen Scheuerstellen in den Lenden von zwei weiteren Faktoren: einem Sattel der vorne zu tief ist und einem Reiter, der in den Bügeln nach vorne geneigt steht. Das ist eine sehr schlechte Kombination. Das nach vorne gerichtete Stehen in den Bügeln ist sehr nachteilig für das Pferd, weil das ganze Gewicht und die damit verbundene Erschütterung vom vorderen Drittel des Sattels getragen werden muß. Wenn sich das Gewicht auf den vorderen Bereich des Sattels konzentriert, ist Druck auf Schulter und Widerrist unvermeidlich. Das Pferd hebt den Kopf, drückt seinen Rücken weg und es geht weiterer Kontakt in der Sattelmitte verloren. Das Stehen in den Bügeln verlagert das Reitergewicht zu weit nach vorne und zwingt so das Pferd immer schneller zu gehen oder gar in einen Powertrab zu verfallen. Es überlastet die Beugesehnen am Vorderbein und macht es ihm schwer die Balance zu halten.

4. Scheuerstellen in den Lenden können auch auftreten bei einem sehr kurzem Pferd mit stark gebogenem Rücken, sogar mit einem ausbalancierten Sattel. In so einem Fall sollte der Sattel durch das unterlegen einer ca. 10 – 15  mm starken Neoprene-Schicht angehoben werden. Wobei der hintere Bereich frei gelassen wird, um den Trachten mehr Platz für den Aufwärtsschwung zu lassen. Es hilft auch sehr bei der Lösung dieses Problems, wenn das Pferd lernt, sich in einer natürlichen Versammlung zu bewegen, mit tiefem Kopf und untertretender Hinterhand.

5. Scheuerstellen an den Lenden findet man auch bei Pferden, die einen extremen „Schlenderschritt“ gehen dürfen, ohne jedwede Versammlung.

Denken Sie also bitte immer dran: der richtige Sattel ist ein Baustein zu einem gesundem Pferderücken, richtiges Reiten und Training des Pferdes ein weiterer !

Pflege der Gelenke und Laufflächen der Trachten

Pflege der Laufflächen hinten. Alle Modelle, alle Baujahre, unabhängig von der Art der Gelenke.
oelen der hinteren Gelenke

Auf diesem Bild sehen Sie anhand eines „Endurance Lite“ an welcher Stelle regelmäßig ( i.d.R. einmal die Woche ) geölt werden muß. Lassen Sie ein paar Tropfen Öl ( ein Standard-Haushaltsöl, harz- und säurefrei, eignet sich hierzu )  direkt auf die Trachte ( das ist das weiße Kunststoffmaterial ) laufen. Anschließend bewegen Sie die Trachte etwas, so, als würden Sie ein Pferd mit gebogenem Rücken nachempfinden, und verteilen damit das Öl zwischen Unterlegscheibe und ihrer Lauffläche auf der Trachte. Ziehen Sie die Trachte aber niemals an den Enden vom Baum weg, das könnte die Trachten beschädigen. Bei den Modellen vor der "NG"-Generation benötigen auch die vorderen Gelenke ein- bis zweimal im Jahr etwas Öl. Bitte benutzen Sie für die Schmierung der Laufflächen ausschließlich Öl, niemals Fett, Graphit oder ähnliches. Dieses bindet Schmutz und führt zu übermäßigem Verschleiß.


Pflege der Gelenke der "NG"-Generation:
Panel demontieren Gelenke im Sattelbaum Plastilube

Die Kugelgelenke der "NG"-Generation brauchen ca. alle ein bis zwei Jahre etwas Schmierung. Hierzu müssen Sie die Trachten aus ihren Gelenken lösen. Am einfachsten benutzen Sie hierzu einen 12er-Maulschlüssel als Hebel. Diesen  Hebel setzen Sie zwischen der "Pfanne" am Sattelbaum und der "Kugel" an der Trachte an und hebeln damit diese zwei Teile auseinander. An Ihrem Sattel ist das Gelenk mit einem Schaumstoffring abgedeckt. Diesen können Sie einfach mit dem Maulschlüssel beseite schieben.

Wenn Sie die Trachten entfernt haben, geben Sie in die vier "Pfannen" der Gelenke einen Dauerschmierstoff. "Plastilube" von Henkel eignet sich zum Beispiel hierzu. Sie können aber auch andere Lagerschmierstoffe mit gleichen Eigenschaften verwenden.

Zur anschließenden Montage der Trachten fangen Sie bitte hinten an. Drücken Sie die Kugel fest in die Pfanne, bis sie mit einem "Klick" einrastet. Bewegen Sie nun die Trachte bis auch die vordere Kugel und Pfanne übereinander liegen. Diese fügen Sie dann ebenfalls mit einem kräftigem Druck wieder zusammen.

Kugelgelenke Zum besseren Verständnis sehen Sie hier einen Teil der Gelenke. Das linke Teil ist im Sattelbaum verschraubt, das rechte Teil ist mit den Trachten verschraubt.

Oben sind die Teile getrennt und unten ineinander gerückt.

Die Kugel wird in der Pfanne durch einen Stahlfederring gehalten.

Bei Demontage und Montage gilt es, den "Einrastpunkt" des Federringes in der Pfanne zu überwinden.



Sattelpflege
Ein Sattel ist aus Naturprodukten hergestellt und bedarf regelmäßiger Pflege. Wir ölen Ihren Sattel bei uns bereits vor. Dadurch sind auch unsere Westernsattel von Anfang an wesentlich geschmeidiger. In der ersten Zeit der Benutzung wird das Leder durch die mechanische Beanspruchung noch weicher, es „bricht“ ein. Sie können dem Leder anfänglich noch etwas weiteres Öl zukommen lassen. Es gibt hierfür leider keine Standardformulierung welche Menge auf welchen Zeitraum. Leder ist ein Naturprodukt und kann sehr unterschiedlich sein, den Bedarf des jeweiligen Leders muß man daher "erfühlen". Das gilt sowohl für einen ganz neuen, wie auch für einen Sattel, der schon Jahre in Benutzung ist. Verwenden Sie hierzu nur hochwertige Produkte. Achten Sie darauf, daß Sie das Leder nicht „Überölen“, es darf nicht schwammig werden. Ein durchgeölter Sattel darf auch mit Lederwachsen und Fetten behandelt werden. Es ist dann geschmeidig durch das Öl und wasserabweisend durch das Fett
.

Nicht geölt werden dürfen Sitzleder, Steigbügelriemen und alle zur Gurtung gehörenden Teile. Für diese Lederteile wird ein anderes Gerbverfahren angewandt und Öl würde dem Leder schaden. Benutzen Sie hier zur Pflege lediglich etwas Fett.


Prüfen Sie vor und nach jedem Ritt alle sicherheitsrelevanten Teile (Steigbügel, Steigbügelriemen, Aufhängung der Steigbügelriemen, Gurtung ) auf einwandfreien Zustand und Funktion. Ihre Gesundheit oder gar Ihr Leben kann davon abhängen.

Säubern Sie Ihren Sattel nach jedem Ritt von groben Verschmutzungen und lassen ihn an einem geeigneten Ort trocknen. Lagern sie ihn auf einem geeigneten Sattelbock oder Sattelhalter an einem kühlen Platz mit nicht so hoher Luftfeuchtigkeit und ohne direkte Sonneneinstrahlung.


Bewahren Sie Ihren Sattel niemals an einem Ort wärmer als 65° C auf ( Auto in der Sommersonne zum Beispiel ) . Übermäßige Hitzeeinwirkung könnte Ihren Sattelbaum deformieren.

Benutzen Sie nur Steigbügelrimen, wo die Schnalle unten, beim Steigbügel, sitzt. Wenn Sie die Schnalle des Steigbügelriemens oben bei der Durchführung des Riemens im Sattelbaum plazieren, kann dieses zur Beschädigung des Sattelbaumes führen.

Einmal im Jahr -oder nach einem intensiven Ritt- sollten Sie Ihren Sattel, unter Verwendung einer guten Sattelseife, gründlich reinigen.  Reichlich Wasser schadet dabei nicht. Entfernen Sie gründlich alle Verschmutzungen durch Schweiß, Talg und Schlamm und lassen Ihren Sattel danach an einem schattigen Platz in Ruhe trocknen.

Gurte
Neoprengurte sollen nach dem reiten mit klarem Wasser abgespült werden. Die durch das Schwitzen entstehenden Salzablagerungen sind aggressiv und greifen das Neopren an. Auch können diese Salze wie Schmirgelpapier auf der Pferdehaut wirken und Ihr Pferd verletzen. Der Lederbesatz unserer Softfeel-Gurte darf ab und zu mit etwas Lederfett eingerieben werden. Benutzen Sie bitte kein Öl, die Lederfasern werden sonst zu weich und der Gurt verliert seine Form.

Falls Sie keinen Gurt von uns verwenden, nehmen Sie bitte ausschließlich Gurte ohne elastische Einsätze.

Sattelunterlagen
Unsere hochwertigeren Sattelunterlagen haben eine Echtfell-Unterseite oder eine Unterseite aus Merino-Wolle. Dieses Produkte haben eine hohe Selbstreinigungskraft. Kleinere Verschmutzungen können mit einer weichen  Bürste ausgebürstet, lokal mit handwarmen Wasser ausgewaschen oder mit dem Staubsauger abgesaugt werden. Bei starken Verschmutzungen ist ein Waschen in der Maschine bei 30° im Schonwaschgang oder Handwäsche möglich. Bitte benutzen Sie ausschließlich rückfettendes, phosphat- und alkalifreies Spezialshampoo für Echtfellprodukte.

Die Sattelunterlagen sind allesamt nicht für den Trockner geeignet. Farbige Unterlagen sind separat zu waschen. Niemals auf der Heizung oder in der Sonne trocknen. Am besten flach ausgebreitet trocknen, dabei mehrmals wenden und gegebenenfalls in Form ziehen.

Sattellagerung
Lagern Sie Ihren Sattel auf einem Sattelhalter mit ebenen Auflageflächen. Das sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung und schont die Polsterung unter den Trachten. Sattelhalter wie dieser hier, verursachen eine hohe Druckbelastung auf einer ganz geringen Fläche. Diese Sattelhalter werden die Polsterung unwiderbringlich deformieren.

"Englische", schmale Bügelriemen
Benutzen Sie bitte ausschließlich Bügelriemen, bei denen die Schnalle unten - über dem Steigbügel - sitzt. Wenn Sie die Schnalle des Bügelriemens oben, an der Durchführung im Sattelbaum plazieren, wird dieses den Sattelbaum beschädigen.

"Englische" Bügelriemen von uns, sind so konstruiert, daß die Schalle unten über dem Steigbügel sitzt und das "überschüssige" Ende zwischen den "anderen" beiden Riemen liegt. ( Das gilt nur sinbildlich, es ist faktisch natürlich nur ein Riemen, der eine Schlaufe bildet ) In der Mitte wird er dann durch das übergezogene Cover gehalten. Achten Sie darauf, daß der Dorn der Schnalle nur in eine Richtung sperrt. Wenn Sie den Riemen verkehrt durch die Schnalle ziehen, wird er unter Belastung rausrutschen.

Das Ende des Riemens durch die Schnalle führen, so daß es zwischen den beiden Riemenm liegt. Darauf achten, daß der Dorn sperrt ! Anschließend das Cover herunter ziehen, bis die Schnalle abgedeckt ist